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Projekt Manager: Interview mit Stefan Hoffmeister

Stefan Hoffmeister

Hallo Stefan,

DMM: Zuerst einmal unser Dank an Dich, dass du dir die Zeit genommen hast uns einige Fragen zu deiner Person und deinem Alltag zu beantworten. Möchtest du dich unseren Lesern einfach mal vorstellen?

Stefan: Ja hallo zusammen, ich bedanke mich auch für das freundliche Gespräch. Also ich bin 36 Jahre alt, habe vor kurzem im Münchner Westen gebaut und arbeite aktuell bei einem Business Domain Provider, wo ich Unternehmen bei der Domain Strategie berate, im Vertrieb. Zudem betreibe ich einen E-Commerce und Social Media Blog. In meinem früheren Leben war ich bereits über viele Jahre als Jugendreferent tätig, habe das elterliche Sanitätshaus geführt und einen Multichannel Onlinehandel aufgebaut.

DMM:  Du bist der Herausgeber des erfolgreichen Online Magazins geistreich78 welches sich mit dem Themen e-Commerce, Social Media und dem Domain Business befasst. Früher hattest du mit justlife24.com bereits ein Multi-Channel-eCommerce Unternehmen gegründet. Was waren die für dich ausschlaggebenden Gründe für eine Selbstständigkeit?

Stefan: Bereits als Geschäftsführer des elterlichen Sanitätshauses habe ich begonnen im E-Commerce erste Schritte zu gehen. Lagerkapazität und Personal, sowie die wichtigen Lieferantenbeziehungen waren ja schon vorhanden. Als das Geschäft dann verkauft wurde, wollte ich den Onlinevertrieb gerne eigenständig weiterführen, weil ich zu diesem Zeitpunkt, im Herbst 2008, großes Potential dafür gesehen habe.

Zudem empfand ich die Chancen und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten wesentlich interessanter, als im Angestelltenverhältnis.

DMM: Wie hast du dir das ganze Know-How angeeignet und was würdest du jemanden als  persönlichen Rat mitgeben, der sich ebenso für die Selbstständigkeit interessiert und diesen  Schritt wagen möchte?

Stefan: Hauptsächlich war es Learning by Doing – oder wie man so schön sagt: autodidaktisch. Das Produktwissen war ja schon vorhanden. Dieses ist im Gesundheitssektor unerlässlich, da man z.T. beratungsintensive Ware verkauft. Ohne Fachkenntnis bekommt man zudem von vielen Lieferanten gar nicht die Erlaubnis diese Produkte zu verkaufen. Von daher war es praktikabel, dass ich Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen (IHK) bin, sowie zahlreiche Zusatzqualifikationen in dieser Branche erworben hatte.

Im Nachhinein würde ich allerdings versuchen noch einen Partner oder zumindest erfahrenen Mitarbeiter zu gewinnen, der über entsprechende Erfahrung im Online Marketing und E-Commerce verfügt. Gerade bei einem schnell, sehr stark skalierenden Unternehmen benötigt man zudem Know How im Controlling, der Buchhaltung und der Unternehmensfinanzierung. Dies ist fast das Wichtigste – was man leider weder bei Beratern, Banken oder allgemein schwer findet.

DMM: Hattest du mal etwas in dem Bereich studiert. Was waren für dich persönlich nachträglich betrachtet die wichtigsten Lehren aus dem Studium? 

Stefan: Einen Studiengang als Dipl. Kaufmann (BWL) musste ich nach drei Semestern leider aus persönlichen Gründen abbrechen. Aus der Rückschau muss ich feststellen, dass, obwohl es ein FH Studiengang war, man in keiner Weise auf Unternehmertum vorbereitet wird. Zumindest nicht im Grundstudium. Man hat etwa Buchführungsunterricht, kann damit eine Bilanz eines Großunternehmens lesen, aber ist nicht in der Lage die eigene Steuererklärung, ohne Hilfe, zu machen. Ich glaube, dass nach wie vor noch ein großer Mangel an Praxisbezug vorhanden ist.

DMM: Würdest du bestimmte zusätzliche Lehrgänge oder Seminare empfehlen die auch für dich hilfreich waren und deinen Werdegang wesentlich gefördert haben? Und wenn Ja, welche wären das?

Stefan: Je nach Branche scheint es sehr schwer zu sein, gute Weiterbildungen zu finden. So habe ich bei der SGD einen Lehrgang zum E-Commerce Manager begonnen, den ich nach wenigen Wochen abgebrochen habe. Die Unterlagen waren zum Teil 4-5 Jahre alt und gaben Einschätzungen wieder, die bereits völlig überholt waren. Auch beim ILS Social Media Manager Kurs, den ich erfolgreich abgeschlossen habe, gab es zum Teil Schwierigkeiten, da die Entwicklung einfach viel zu dynamisch ist, als dass Printunterlagen aktuell gehalten werden könnten. Hier sollte meiner Meinung nach auf andere Formate, wie interne Blogs und Foren umgestellt werden.

In Sachen E-Commerce, um mal bei dem Thema zu bleiben, sind meiner Meinung nach für den Erfolg Austausch und Vernetzung zum Teil wichtiger, als Vorbildung. Man muss ohnehin permanent am Ball bleiben. Aber z.B. geschlossene Runden, wie die K5 Cruise, bieten Raum auch mal etwas tiefer und offener über Themen zu sprechen. Also echte Insights zu bekommen.

DMM: Neben dem eigentlichen Inhalten in deinem Magazin, betreust du darüber hinaus noch die dazugehörigen sozialen Netzwerke und bist des Öfteren unterwegs, um dich mit spannenden Interviewpartnern zu treffen, sowie an Veranstaltungen teilzunehmen. Wie sieht es bei dir zum Thema Work-Life-Balancing aus?

Stefan: Auch wenn das viele Leute aus meinem Social Media Netzwerk nicht glauben (können), habe ich immer noch viel mehr Freizeit, als die letzten 15 Jahre meines Lebens. Zudem ist das Bloggen eine viel geringere Belastung, als meine frühere Tätigkeit, bzw. mein ehrenamtliches Engagement.

Ein Beispiel: ich habe fast 12 Jahre Jugendarbeit gemacht. Da hast du ein offenes Haus, lädst Teenager zu dir ein. Hast 1-2 Meetings pro Woche um Themen vorzubereiten, plus die Jugendstunden. Hast nicht nur ein offenes Ohr für deren Nöte und Sorgen, sondern lässt die jungen Menschen auch ganz nah an dein Herz. Das ist ja kein Vergleich damit, permanent neue Artikel zu veröffentlichen. Das ist ja doch eher sachorientiert.

Wenn ich beruflich unterwegs bin, also als Blogger und Autor, dann versuche ich mittlerweile in einem vernünftigen Verhältnis auch für Entspannung und Luxus zu sorgen. Das kann mal ein Upgrade auf ein 1. Klasse Ticket bei der Bahn sein, eine Anfahrt mit Uber Black Limousine oder halt ein vier anstatt ein drei Sterne Hotel. Reisen macht ja grundsätzlich auch Spaß – und ich würde das gerne noch viel mehr machen. 

DMM: Dürfen wir dir 5 Schlagwörter geben und du versuchst in einem kurzen Satz zu beschreiben, was dir als erstes dazu einfällt?

  • Zukünftiger Digital Media Trend Nr. 1:  Bewegtbild. Sind wir schon mitten drin, wird aber noch zunehmen. Siehe Meerkat und Periscope.
  • Datenschutz: wird in Deutschland halbherzig diskutiert und somit überbewertet.
  • Networking: unerlässlich. Nicht nur für Networker, sondern in allen Lebensbereichen.
  • Team oder Solo: ohne Team geht es nicht – wir Menschen sind auf Beziehungen hin angelegt.
  • Fortbildung: nur wer lebenslang lernt und lernwillig ist, kann bestehen – das kann man nicht nur an „Scheinen“ festmachen, sondern ist eine Herzenshaltung.

DMM: Stefan, wir danken Dir für dieses Interview und deine Zeit.

Über Stefan Hoffmeister

Stefan HoffmeisterDer Fachwirt im Gesundheitswesen (IHK) und Social Media Manager (ILS) ist Herausgeber des eCommerce Blogs geistreich78.info.

Nachdem er sehr erfolgreich das elterliche Sanitätshaus geführt hat, baute er von 2009 bis 2012 einen Multi-Channel eCommerce Vertrieb im Gesundheitswesen auf. Derzeit arbeitet er in München für die eBrand Services AG, einen Corporate Business Domain Provider. Dort ist er Projekt Manager für die neuen Top Level Domains.

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Sascha Tams
Sascha Tams ist Customer Service Manager, freiberuflicher Social Media Manager (ils) und offen gegenüber allen digitalen Themen. Seit 2008 beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Customer Service und Community Management.
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