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Mobilereporting: Muss es Live-Streaming sein?

Artikel über Livestreaming

2016 das Jahr des Live-Streams

Begonnen hat es ja bereits 2015, als im ersten Viertel des Jahres erst Meerkat und dann Periscope eine völlig neue Welt des Netzwerkens ermöglichten.

Periscope-live

Wie mit vielen neuen Apps, so haben sich ebenso viele Nutzer drauf gestürzt und getestet ohne Unterlass. Hand auf’s Herz, manchmal war es schon ein wenig nervig, die ständigen Hinweise zu bekommen, die lediglich auf einen „Test“ – „it’s just a test“ – „don’t follow it’s a test“ hinwiesen.

Natürlich ist es super reizvoll, nur mit dem Smartphone mal schnell live auf Sendung zu gehen. – Ja, das klingt schon sehr schwerwiegend und es klingt nicht nur so, es ist es auch.
Es ist schon immer mein Lieblingssatz in Bezug auf Mobilereporting

„Jeder hat einen Ü-Wagen in der Hand- oder Hosentasche“

Doch die einfache Art, mal schnell ins Handy zu sprechen mit der Frontkamera, überbrückt so eine gewisse Hemmschwelle. Sicher gibt es die einen oder anderen, die dennoch aufgeregt sind, weil sie sich dessen bewusst sind, dass sie nun öffentlich sind. Trotzdem ist zu beobachten, dass die meisten hier weniger Hemmungen haben. Und es ist ja auch reizvoll.

Vorbei ist die Zeit, in der man sich per Blog-Artikel, Facebook-Beitrag oder Twitter-Zitat im Netz präsentierte. Mit der Möglichkeit, ohne großen technischen Aufwand und teure Übertragungstechnik 1:1 direkten Kontakt mit anderen aufzunehmen, hat sich eine komplett neue Welt der Kommunikation eröffnet.

Ich kann nun Freude, Bekannte, Kunden und Interessensgruppen direkt und in Echtzeit an Ereignissen teilhaben lassen. Besonders attraktiv dabei ist die direkte Kommunikation, während ich „live auf Sendung“ bin. Fragen werden direkt beantwortet dadurch wirkt die Szene authentisch.

Im ersten Jahr konnten wir gut beobachten, wie sich aus den ersten „test – test“ Live-Versuchen individuelle Formate entwickelt haben. Dem einen ist es mehr gelungen, dem anderen weniger. Und viele der vollmundig versprochenen „daily morningshows“ oder „Mittagsscopes“ oder wie sie alle hießen, sind längst wieder verschwunden oder gehen in größeren Abständen „on Air“.

Schnell haben die Nutzer der Livestreams gelernt, dass so eine tägliche Sendung leicht erscheint und noch leichter versprochen ist, aber in der konsequenten Umsetzung sieht es dann doch ein wenig anders aus. Nicht umsonst unterhalten Fernsehsender große Redaktionen, um Wochenmagazine vorzubereiten und noch viel mehr, um tägliche Sendungen auszustrahlen.

Und auch wenn die Technik es nun ermöglicht und sehr einfach macht: Die Kunst und der Erfolg liegen doch im Inhalt.

Muss es wirklich live sein?

So ein Live-Stream hat sicher seine Berechtigung, wenn es um Glaubwürdigkeit und Authentizität geht, dennoch bleibt die Überlegung: Ist es wirklich notwendig und sinnvoll live zu gehen oder ist die Aufzeichnung nicht doch der bessere Weg.

In den meisten Fällen, die ich bisher beobachtet und gesehen habe, wurden die Livestreams als Aufzeichnung auf Youtube hochgeladen und weiterverlinkt. Und in der Regel hatten die Beiträge durchaus ihre Berechtigung als Aufzeichnung.

Nehmen wir als Beispiel doch mal die Sessions auf Konferenzen, die Live gestreamt werden, für die, die nicht dabei sein können. Zeitlich liegen sie in der Regel so, dass die Betroffenen sie dennoch nicht live ansehen können. Also warten alle sehnsüchtig auf die Aufzeichnung. Der Inhalt bleibt gleich, die Stimmung bleibt für den, der nicht dabei ist, gleich. Nur der Stressfaktor für die Stream-Verantwortlichen ist höher, da sie Sorge tragen müssen, dass die Verbindung gut genug ist, um einem einstündigen Stream Stand zu halten.

 Wenn Sie sich ernsthaft mit dem Thema Live-Streaming beschäftigen, dann prüfen Sie doch bei jedem Stream, den Sie beobachten, ob er auch als Aufzeichnung funktioniert hätte. Sie werden sehen, es sind nur die wenigsten, auf die das nicht zutrifft.

Alternativ bleibt auch noch der Vergleich zu den Fernsehsendern. Warum ist nur ein ganz geringer Bruchteil der Sendungen wirklich zu 100 Prozent live? Dabei meine ich nicht die live moderierten Sendungen, in die fertig produzierte Beiträge eingespielt werden. Sondern ich meine wirklich Live-Sendungen. Sicher ist es in diesem Bereich eine Frage des Geldes und des technischen Aufwands. Doch wenn ein Ereignis eine Live-Sendung rechtfertigt, dann wird auch live gesendet.

Livestream – neues Spielzeug oder ernst zunehmende Funktion

Gerade bei Meerkat und Periscope konnten wir es sehr gut beobachten. Zu Beginn haben sich viele drauf gestürzt, nur wenige haben es weiter intensiv betrieben. Anders war es bei den Medien-Profis und Sendern. Sie haben lange beobachtet, an Konzepten gearbeitet und privat getestet, bis sie dann mit Macht und Formaten live gegangen sind.

Es gibt auch Formate, die wirklich sehr interessant zu beobachten sind. Doch da es für viele nun zur Option wurde, wird sich wohl auch nur der durchsetzen, der sich abhebt von der Masse, durch eine eigene Show, einen eigenen Stil.

Habt den Mut, es nicht zu nutzen

Die Nutzung von Live-Streaming wird sich in Zukunft sicher noch weiter verändern. Dazu gehört auch, Mut zur Nicht-Nutzung zu haben.

Ich habe mich selbst ertappt, dass ich nun auch Gesicht zeigen müsse, als Periscope an den Start ging und ich plötzlich viele Gesichter gesehen habe, die ich bislang nur vom Profilbild kannte.

Nun ist das aber so gar nicht mein Stil, denn entweder erzähle ich eine Geschichte, dann aber ohne Bilder als Audio-Podcast, oder ich erzähle eine Geschichte in Bildern, dann ohne mein Gesicht. Plötzlich sollte/muss ich „Nase zeigen“. Ich gebe zu, es hat mich einen Kampf mit mir selbst gekostet, um dann zu entscheiden: Nein, ich bleib bei meiner Linie. Das bedeutet aber auch, dass ich live gehe, wenn ich was zeigen kann, nicht, wenn ich nur etwas erzählen möchte. Denn das ist mit meiner mobilen Methode nur mit einem geringen Zeitversatz ebenfalls online.

Und irgendwie war ich erleichtert, als ich diese Entscheidung bewusst getroffen habe.

Manchmal ist es in den Sozialen-Netzwerken ein wenig wie:

„Ich nutze es, weil ich es kann“.

Besser wäre, eine Funktion oder Darstellungsform zu wählen, die zu mir und zum Thema passt.

Facebook-Live

Mit Facebook-Live kommt nun aber nochmal eine ganz andere Situation auf uns zu. Jedem, der aktiv mit Social-Media arbeitet, ist sicher klar, dass Facebook ein Ziel hat: Die User möglichst lange im Netzwerk zu halten.

Und natürlich wird ein neues Feature auch entsprechend mit Reichweite bedacht, um die Nutzung so attraktiv wie möglich zu machen.

Das heißt, dass die vorher aufgestellten Thesen

„Überlegen Sie, ob live sinnvoll ist und einen Mehrwert bietet“ und

„Überlegen Sie, ob live Ihrem Naturell und Ihrer Art des Storytelling nutzt“

durch die Jagd nach Reichweite überdeckt werden.

Live ist nicht gleichzeitig öffentlich

Eine sehr gute Funktion ist das zielgruppengerechte Streamen. Sowohl Periscope als auch Facebook-Live bieten diese Möglichkeit. Das heißt, Sie können eine Zielgruppe definieren, bevor Sie live gehen. Nur die Mitglieder der Zielgruppe können den Live-Stream auch sehen.

Mit dieser Möglichkeit, die Zuschauer einzuschränken, bieten sich nun ganz andere Präsentationen an. So kann durchaus auch ein Coaching durchgeführt werden, ein Geschäftstermin oder der Kontakt mit der Familie, wenn ein Familienmitglied verreist ist.

Sehr angenehm ist es auch, die ersten Tests nur an sich selbst zu senden.

Die Zukunft des Live-Streaming

Nun hat der erste Live-Streaming-Dienst Meerkat schon wieder aufgegeben, zu hart war wohl der Druck durch die überstarke Konkurrenz von Periscope (Twitter) und Facebook-Live.

Wie die beiden sich weiter entwickeln werden – wir werden sehen und dürfen gespannt sein. Auf jeden Fall werden sicher viele Live-Videos auf Facebook zu sehen sein.

Ob es nur ein Boom ist oder ob es anhalten wird, das wird die Zeit mit sich bringen. Allerdings macht ein erfolgreiches Live-Streaming nicht die Technik aus. Sie ist nur Mittel zum Zweck und wird von Facebook, Periscope und Co. bereitgestellt. Viel entscheidender für Ihren Erfolg ist das persönliche Format und nicht zuletzt das Storytelling. Ein Format, das authentisch und einzigartig ist. Vor allem aber ein Format, das zu Ihnen passt und mit dem Sie sich wohlfühlen. Denn der Zuschauer merkt, ob Sie nur eine Rolle spielen, oder ob Sie verkörpern, was Sie präsentieren. 

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Heike Stiegler
Klein, aber fein und alles mobile! Als Bloggerin, Podcasterin, Journalistin,Social-Media-Managerin und Coach steht Mobilereporting für Heike Stiegler an oberster Stelle. Auf DMM bekommt ihr Fragen rund um Mobilevideo, Mobilepodcast und Social-Mobile von ihr beantwortet.
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