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Mobile Video Expertin: Unser Interview mit Heike Stiegler

Hallo Heike! Danke dass Du dir die Zeit genommen hast, uns einige Fragen zu deiner Tätigkeit und deiner Expertise zu beantworten. Möchtest Du dich unseren Lesern einfach mal vorstellen?

Vielen Dank an die Digital Media Manager, dass ich mich hier vorstellen darf. Mein Name ist Heike Stiegler, gefühlte 31 Jahre alt. Das heißt, ich fühle mich mal gut 20 Jahre jünger als der Pass behauptet ;-). Das bedeutet aber auch, dass ich nicht zu den sogenannten Digital Natives gehöre, aber von Anfang an die Entwicklungen der digitalen Welt aktiv mit verfolgt habe. Die Digitalisierung hat mich schon immer fasziniert, umso mehr, als ich erkannte, dass ich aktiv daran teilhaben kann.

Ich komme aus dem schönen Frankenland, genauer aus Nürnberg. Einen Berufstitel anzugeben fällt mir schwer, da ich zwar Teilzeit bei einem ÖR-Sender arbeite, darüber hinaus aber sehr viele Ausbildungen absolviert habe, die sich super ergänzen. Meine zwei wichtigsten und letzten Ausbildungen sind ein Studium Journalistik und Social-Media-Management. Gerade Social-Media begeistert mich besonders und hier sehe ich auch meine Berufung. Zum Teil kann ich das in meine Festanstellung einbringen, zum größten Teil aber nutze ich es freiberuflich sowohl in der Umsetzung, als auch im Coaching und auch ehrenamtlich für einige gemeinnützige Organisationen.

Wie würdest Du deinen allgemeinen Arbeitsalltag beschreiben? Wie startest Du beruflich in den Tag?

Bei mir sieht kein Tag aus wie der andere. Zwei oder drei Tage geh ich in die Redaktion, die restliche Woche arbeite ich entweder bei Kunden, für Kunden oder im Homeoffice. Gerade in der zweiten Wochenhälfte bin ich dann entweder in Sachen Social-Media unterwegs oder ich produzieren Podcast und Videos teils vor der Kamera, teils hinter der Kamera. Was aber jeden Tag gleich ist, ist der Start. Ich stehe sehr früh auf und nach dem Wecker ist der zweite Griff gleich zum Smartphone. Noch vor dem Frühstück verschaffe ich mir hier schon einen ersten Überblick über die neuesten Informationen auf den zur Zeit gängigen Netzwerken. Zunächst Twitter dann Facebook-Newsfeed und google+. Danach folgt ein kurzer Check der diversen Seiten, die ich betreue. Nach meinem Quick-Frühstück, kurz bevor ich das Haus verlasse, folgt nochmal ein kurzer Check und dann geht es ab ins Tagesgeschäft, je nachdem was ansteht.

Besonders begeisterst du Dich neben Deinem Angestelltenverhältnis für das Thema Mobile Video und Podcasting. Wann hast du Dich entschieden Deinen Blog https://heisti.com/ zu den eben genannten Themen zu starten und was war der ausschlaggebende Punkt hierfür?

Ja, das stimmt, Mobilevideo und Podcasting, besonders Mobilepodcasting gilt meine ganz besondere Vorliebe. Technik hat mich schon immer interessiert und ich habe auch schon immer selbst gefilmt früher mit Super-8 – später ganz normal mit VHS, später mit den kleinen Kameras die letzte war eine JVC, die ist immer noch funktionstüchtig. Aber was jetzt möglich ist, ist einfach genial und auch genial einfach.

2012 hab ich dann eine Ausbildung gemacht, einen international besuchten Trainingkurs in Budapest „Mobile-Journalism“ mit einem ebenfalls internationalen Trainerteam u.a. von der BBC, RTE-Irland, HRT-Kroatien und NRK-Norwegen. Bereits da wollte ich schon einen eigenen Blog dazu aufbauen, aber irgendwie war ich noch nicht bereit dazu.

So hab ich Anfang 2013 erstmal meinen Podcast-Blog mit „Heikes Stadtgeflüster“ online gebracht. Der Plan war hier auch Mobilevideo zu integrieren. Viele gute Freunde, Geschäftspartner und Kollegen haben mir davon abgeraten und so habe ich mich entschlossen doch eine eigene Seite einzurichten mit HeiSti.com – einfach eine Abkürzung für Heike Stiegler Communication. Nun, etwa ein halbes Jahr später bin ich froh, diesen Schritt gewählt zu haben. Er macht mich doch freier in der Umsetzung und es ist gar nicht so schwer zwei Blogs am Leben zu erhalten. Allerdings stelle ich alle Beiträge sowohl schriftlich, als auch als Audio-Datei ein.

Wie hast Du dir das ganze Know-How angeeignet und was würdest Du Jemanden als persönlichen Rat mitgeben, der sich ebenso für eine Karriere im Bereich Mobile Video interessiert?

Wie ich es mir angeeignet habe, hatte ich ja bereits beantwortet. Ich habe einen sehr hochkarätig besetzten Kurs besucht. Das war übrigens auch der erste seiner Art in Europa. Darüber hinaus kommt natürlich viel „Learning bei Doing“ dazu. Gerade im Bereich Mobilevideo und -podcast ist das sehr wichtig. Du musst ständig neue Apps und Tools ausprobieren, dich mit anderen austauschen und einfach machen.

Allen, die das ebenfalls probieren möchten kann ich nur raten – macht es einfach – nutzt das, was euer Smartphone hergibt an Standard-Apps und haltet drauf, auch wenn es zu Beginn nur mal der Garten ist, oder ein Wolkenspiel oder das Haustier – ganz egal ausprobieren, ein wenig mit dem Schnitt spielen und ansehen. Erfahrungen damit sammeln und dann Stück für Stück aufbauen, testen, welche Apps euch zusagen und auch gerne Hilfe in Anspruch nehmen. Gönnt euch einen Tageskurs oder ein persönliches Coaching in dem ihr die wichtigsten Punkte kennenlernt. Und testet dann weiter. Und vor allem lasst euch nicht verunsichern durch Ratschläge für teures Equipment.

Das Schöne am Mobilereporting ist, dass ihr sofort loslegen könnt. Die Smartphones sind zwischenzeitlich derartig gut, dass mit etwas Routine auch ohne Zusatzequipment bereits sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Alles Weitere ergibt sich dann. Und wenn ihr doch mal Hilfe brauch, oder Fragen habt https://www.Heisti.Com 😉 .

Was waren für dich persönlich nachträglich betrachtet die wichtigsten Lehren aus dem Studium/Ausbildung und was würdest Du heute evtl. anders betrachten/handhaben?

Ich würde heute wieder alles genauso machen, wie ich es gemacht habe. Mein Leben und auch meine Ausbildung ist so verlaufen, wie es für mich gut war. Alles baute auf einander auf und passte sich meiner ganz individuellen Entwicklungsstufe an.

Wenn mir jemand mit Anfang 20 gesagt hätte, ich werde einmal selbst Sendungen moderieren, Radiobeiträge machen oder eigene Filme drehen, dann hätte ich sicher einen Arzt geholt 😉 – Nein ich habe ganz ohne Hochschulstudium im klassischen Sinne meinen Weg gestaltet. Und nach meiner Ausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau war mein größter Wunsch Sekretärin zu werden – aber nicht ohne Ausbildung – also hab ich mit 18 meine zweite Berufsausbildung abgeschlossen mit dem Diplom zur geprüften Sekretärin. Das war zu einer Zeit, als es noch keine Assistenten gab 😉 und auch in einer Firma in der nur die oberste Führungsebene wirklich Sekretärinnen beschäftigte. Darauf konnte ich aufbauen, die Firma wechseln und auch in der neuen Firma habe ich sehr spannende Aufgaben erledigen können.

Dann kam die Babypause und weitere zehn Jahre später hab ich mich dann für das Journalismus-Studium angemeldet. Kurz darauf bekam ich unabhängig davon, den Auftrag für die EU europäische Koproduktionssendungen zu produzieren, was mich persönlich wieder sehr bereichert hat. Dadurch habe ich tolle Menschen aus allen europäischen Ländern kennengelernt und mit ihnen zusammen gearbeitet.

Nachdem ich immer am Fortschritt dran bleiben wollte war klar, dass ich dann natürlich auf die „neuen Medien“ aufspringen werde, was mit der Anmeldung zum Studium für Social-Media-Management einherging. Für mich baute alles aufeinander perfekt auf und alles, was ich gemacht habe brachte Erfahrungen mit sich, die mir zu jederzeit weiter geholfen haben.

Würdest Du bestimmte zusätzliche Lehrgänge oder Seminare empfehlen die auch für Dich hilfreich waren und Deinen Werdegang wesentlich gefördert haben? Und wenn Ja, welche wären das?

Das ist eine Frage, die jeder nur für sich beantworten kann. Für mich war immer wichtig, dass ich für alles, was ich tue fundiertes Wissen mitbringe. Schreiben konnte ich schon immer, das hab ich in der Schule gelernt, als Sekretärin weiter professionalisiert, aber ich hätte nie auch nur einen Online-Artikel schreiben wollen, ohne journalistische Kenntnisse zu besitzen. An einen Radiobeitrag hätte ich mich schon gar nicht gewagt. Ebenso ging es mit Social-Media. Gerade für gemeinnützige Einrichtungen, für die ich ebenfalls ehrenamtlich arbeite, war es mir wichtig ein fundiertes Wissen über Social-Media zu haben.

Auf meinem Weg hab ich viele Kurse, Trainings und Fortbildungen mitgemacht, wenn ich sie für mich für sinnvoll erachtet habe. So z.B. ein Storytelling-Training bei einem CNN-Journalisten, oder ein Train-the-Trainers bei der BBC um nur zwei Beispiele heraus zu greifen. Derzeit gönne ich mir ein Sprechtraining bei einer Schauspielerin. Aber es gibt auch Menschen, die eignen sich ihre Fähigkeiten lieber selbst an oder wählen wieder andere Wege. Jeder sollte den Weg und die Weiterbildung wählen, die zu ihm passt, nur dann ist das Ergebnis zielführend. Dein beruflicher Alltag klingt schon herausfordernd.

Es gibt ja des Öfteren die Diskussion zum Thema Work-Live-Balancing. Siehst du hier ebenso spezielle Herausforderungen, auf welche sich die Unternehmen zukünftig ausrichten sollten?

Wenn Du meinen Wochenplan ansiehst, siehst Du schnell, dass da so viel Abwechslung drin ist, dass hier meine ganz persönliche Work-Live-Balance versteckt liegt. Zusätzlich gönne ich es mir einmal in der Woche das Pferd meiner Tochter zu besuchen, das sind 1 1/2 Stunden, die mir wie eine Woche Urlaub vorkommen.

Ich denke, die Unternehmen müssen flexibler werden und die Arbeitszeiten und -plätze variabel gestalten. Vieles, gerade in meinem Bereich sowohl fest, als auch frei, ist auch außerhalb der Dienstzeiten und ortsunabhängig zu erledigen. Dazu braucht es aber ein großes Vertrauensverhältnis von beiden Seiten. Und die Unternehmen sollten besser hinterfragen, wo die Mitarbeiter ihre Stärken haben.

Berufsfelder verändern sich, die Menschen aber auch. Doch oftmals wird das übersehen. Ich bin sicher, durch geschicktes einsetzen von Mitarbeitern könnte die Produktivität in vielen Fällen gesteigert werden, die Mitarbeiter wären glücklicher und das Unternehmen würde profitieren.

Dürfen wir dir 5 Schlagwörter geben und du versuchst in einem kurzen Satz zu beschreiben, was dir als erstes dazu einfällt?

  • Zukünftiger Digital Media Trend Nr. 1 – ganz klar Virtual Reality, zunächst 360-Grad-Videos und dann gleich weiter zum Erlebnis „mittendrin, statt nur dabei“.
  • Podcasting – ich liebe es, einsprechen fällt mir leichter als schreiben. Podcast ist vielfach totgesagt, er lebt immer noch und es fühlt sich so an, als würde er in Deutschland gerade aufblühen. Ob er länger lebt – wir werden sehen.
  • Videoequipment – so klein wie möglich, nur was ich wirklich benötige und das alles muss in meine gelbe Tasche passen. Also ein Smartphone plus Zusatzmikro und Haltegriff.
  • Storytelling – gerade im Social-Net beginnt für mich damit, dass ich mir bewusst bin, was ich bereit bin überhaupt öffentlich zu erzählen. Dazu kommt welche Fähigkeiten und Vorlieben hat jeder. Auf jeden Fall aber sollte immer eine gute Geschichte die Info tragen und transportieren, die ich vermitteln will.
  • Fortbildung – immer – „Long-life-learning“, nur lebenslanges Lernen bringt uns weiter.

Heike, wir danken Dir für dieses Interview und deine Zeit!

Ich danke ebenfalls für die spannenden Fragen.

 

Über Heike Stiegler:

heike stieglerHeike Stiegler ist ausgebildet als Journalistin und Social-Media-Managerin und hat viele internationale Weiterbildungen durchlaufen, wie z.B. Storytelling bei Scott Rensberger/Washington, train the trainers bei Simon Major, BBC college of Journalism und den ersten europaweiten Workshop für „Mobilejournalism“ kurz „MoJo“ in Budapest u.a. Sie podcastet regelmäßig unter www.Heikesstadtgefluester.de, produziert Videofilme sowohl hinter, als auch vor der Kamera und betreut und berät beruflich, wie ehrenamtlich diverse Unternehmen und gemeinnützige Institutionen im Bereich Social-Media. Auf der Seite www.HeiSti.com veröffentlicht sie zu Mobilevideo, Mobilepodcast und Social-Media. Ihr Markenzeichen ist die „gelbe Tasche“, in der sie ständig ein Radio- und ein Fernsehstudio bei sich trägt.

Facebook: www.facebook.com/Heisticom & www.facebook.com/Heikesstadtgefluester

Twitter: @stiegistieg

Google+: stieglerh

Instagram: stieglerh 

LinkedIn: Heike Stiegler

Xing: Heike Stiegler

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch ist Co-Founder von digital-media-manager.com, Dipl. Politikwissenschaftler, Social Media Manager (ils), Dozent und Digital Entrepreneur. Seit 2009 beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Social Media und Onlinemarketing.

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