Interview

Bereichsleitung Digitale Medien: Interview mit Jessica Weigel

Bereichsleitung Digitale Medien Jessica Weigel BWH GmbH

Vielen Dank Jessica, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten. Während meiner Zeit als Social Media Managerin beim Bund Verlag haben wir uns kennen gelernt, denn ich hatte die Möglichkeit meine Arbeit als Social Media Managerin bei euch im Online-Magazin vorzustellen. Deshalb freue ich mich sehr, dass du heute nun hier im Digital-Media-Manager-Interview dabei bist und ein wenig über deine Arbeit berichtest.

1) Stelle dich doch einfach einmal kurz vor: Wer bist du? Was machst du beruflich?

Ich freue mich, dass ich nun auch die Gelegenheit bekomme, deine Fragen zu beantworten, nachdem du dich bereitwillig für ein Social Media-Interview in unserem Online Magazin zur Verfügung gestellt hast. Ein paar Worte zu mir: Ich bin Hannoveranerin und lebe tatsächlich gerne in dieser Stadt, obwohl sie vom Rest des Landes eher als langweilig verschrien ist. Ich nenne Hannover lieber bodenständig und typisch norddeutsch. Das würde ich auch von mir behaupten. Ich liebe das Reisen und die Musik, und am liebsten in der Kombination. Außerdem bin ich ein Fan von liebevoll gemachten Printzeitschriften. Ich mag die Haptik und die Ruhe, die diese Zeitschriften ausstrahlen. Das ist nur bedingt ein Widerspruch zu meiner Tätigkeit als Bereichsleitung Digitale Medien bei BWH, denn BWH ist ein Druck- und Mediendienstleister. Ordentlich produzierte Printpublikationen sind unser Tagesgeschäft. Dort betreue ich sowohl Kundenaufträge im Database Publishing-Bereich als auch alles rund um unser Online-Magazin. Ich habe 10 Jahre lange programmiert, dann aber festgestellt, dass mir die Projektorganisation und die Onlinekommunikation mehr zusagen. Nun habe ich das erforderliche Hintergrundwissen und profitiere davon.

2) Jessica, wie und wann bist du das erste Mal mit Social Media in Kontakt gekommen? Kannst du dich noch erinnern?

Ja, das war damals zu Zeiten von MySpace. Ich glaube, das war im Jahr 2000. Dort ging es zwar auch um das Vernetzen mit Freunden, doch hatte es auch viel mit Musik zu tun. Diese Kombination ist mir auch immer noch sehr wichtig. Allerdings funktioniert das mittlerweile auch gut über Facebook und Co.

3) Du arbeitest als Bereichsleitung Digitale Medien bei BWH in Hannover. Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus? Was machst du morgens als Erstes und was ist dein letztes To-Do am Ende des Tages?

Morgens gehe ich die Neuigkeiten auf unseren Social Media-Kanälen durch und schaue, welche interessanten und nützlichen Beiträge sowohl für uns als Unternehmen dabei sind, als auch für unsere Kunden und Zielgruppe. Daraus ergeben sich weitere ToDos für mich oder auch für Kollegen, die ich im weiteren Tages- oder Wochenverlauf einplane. Ich lese morgens sehr gerne Fachartikel, da passt das gut. Die komplizierteren Aufgaben und Kundenaufträge hebe ich mir für den Nachmittag auf. Das ist eher ungewöhnlich, aber da bin ich konzentrierter.

Zum Abschluss plane ich den nächsten Tag, sowohl in meinem Outlook-Kalender, der für mich unverzichtbar als Übersicht und Planungstool ist – aber auch mit meinen Post-its auf dem Schreibtisch. Diese sehr analoge Arbeitsweise mag ich extrem gerne, da sie sehr visuell, direkt und flexibel ist. Post-its verschiebe bzw. verklebe ich nach Priorität. Nach Erledigung zerknülle und werfe ich es weg. Der Trick dabei ist, nur kleine, übersichtliche Aufgaben pro Post-it zu notieren. Dann kann man auch viel als erledigt wegwerfen und der Schreibtisch sieht jeden Tag anders aus 😉

4) Bist du Einzelkämpferin auf deinem Gebiet oder arbeitet ihr im Team? Wenn ja, wie teilt ihr euch die Arbeit auf?

Für unser Online-Magazin und die Social Media-Arbeit haben wir ein kleines Redaktionsteam bei uns im Unternehmen. Für ein mittelständisches Unternehmen mit knapp 80 Mitarbeitern wie es bei BWH der Fall ist, ist das schon Luxus… oder für Manche schmückendes Beiwerk. Ich sehe darin allerdings eine große Chance unser geballtes Know-How öffentlich sichtbar zu machen und das Unternehmen attraktiv und kompetent darzustellen. Wir haben so viele verschiedene Fachkräfte in den verschiedenen Abteilungen, von der Layoutarbeit in der Medientechnik über die Drucker an den Maschinen bis hin zur Weiterverarbeitung, dem Hochregallager und der Konfektionierung im Versand. Und daraus ergeben sich einige Themen für unser Online-Magazin. In einer regelmäßigen Redaktionssitzung besprechen wir Themenvorschläge, die Strategie und auch die ToDos für die einzelnen Kollegen. Da wir das am Ende Alle nur nebenbei machen und Kundenaufträge immer Vorrang haben, bleiben manche Themen leider länger liegen, als wir uns das wünschen. Ich gebe zu, das stört uns und wir versuchen immer wieder uns noch besser zu organisieren, doch die vorhandene Zeit und Ressourcen bleiben die gleichen und wir machen das Beste draus.

5) Welche Social Media Tools und Devices sind für deine tägliche Arbeit unabdingbar? Wie digital arbeitest du?

Wie schon angesprochen nutze ich Outlook als Hauptplanungstool. Ich habe mir dort eine eigene Struktur angelegt, die mir hilft den Überblick über die vielen verschiedenen Projekte und Abgabetermine zu bewahren – auch für Social Media-Aufgaben, die meinen Arbeitsalltag mitbestimmen. Unser Redaktionsplan ist klassisch in Excel. Noch fahren wir damit auch gut. Feedly nutze ich als RSS-Feed gerne, denn so habe ich alle neuen Artikel im Überblick und kann sie mir für später auf die Leseliste setzen. Als Posting- und Planungstool habe ich seit einiger Zeit Buffer im Einsatz und möchte unbedingt noch weiter in Tools wie diese einsteigen. Aktuell beschäftige ich mich aufgrund eines Projektes mit Slack und Asana. Mal sehen, wie sich das in unsere Redaktionsarbeit integrieren lässt.

6) Wie hast du dir dein Fachwissen angeeignet und wie hältst du dich auf dem Laufenden?

Wie bereits erwähnt, ich liebe Printmagazine. Das gilt auch für Fachpublikationen. Die kann man auch mal mit in die Mittagspause oder ins Wochenende nehmen, wenn sie ansprechend aufbereitet sind. Im Social Web gibt es unzählige Quellen, die einen mit Stoff füttern. Da kommen zwar immer neue Portale dazu, doch gibt es auch Quellen, die ich regelmäßig aufrufe. In Hannover gibt es außerdem einige Netzwerkveranstaltungen, wie das Social Media-Netzwerk #SoMeH, bei denen ein Austausch stattfindet. Immer öfter nutze ich auch Webinare. Nachdem ich oft in langweiligen, drögen Webinaren gelandet bin und dadurch lange Zeit keine Lust auf dieses Format hatte, konnte ich nun auch vermehrt positive Erfahrungen damit machen. Webinare, die eine reine Folienpräsentation ohne Interaktion sind, finde ich nicht lohnenswert und einfallslos. Interessant wird es, wenn sich der Webinargastgeber mit den Webinarteilnehmern austauscht oder mehrere Webinarteilnehmer untereinander konstruktiv diskutieren.

7) Was bedeuten Social Media für dich?

Austausch, Kommunikation, Inspiration, Wissen und Spaß. Und auch eine gewisse Herausforderung.

8) Welchen Profi-Tipp hast du für andere, die im digitalen Marketing arbeiten wollen? Welche Fähigkeit sollte man auf alle Fälle mitbringen?

Interesse an der Thematik, denn es gibt sehr viel zu Lernen, zu Probieren und auch falsch zu machen. Es werden ganz unterschiedliche Disziplinen gefordert. Offenheit für neue Werbeformen und die Fähigkeit diese losgelöst von eigenen Sichtweisen auf die Zielgruppe zu übertragen. Dabei ertappe ich mich selber auch manchmal und rufe mir genau diese Disziplin wieder ins Gedächtnis. Ich nehme selber gerne Profi-Tipps an und sauge diese auf. Juliane, welchen Tipp hast du als Digital Media-Profi? 😊

Vielen Dank Jessica für das Interview!

Über Jessica Weigel

Als Bereichsleitung Digitale Medien beschäftige ich mich bei BWH in Hannover mit den digitalen Kundenprojekten. Das geht von der individuellen Softwareprogrammierung über die automatisierte Katalogproduktion bis hin zu neuen Technologien wie Augmented Reality. Während ich früher produktiv an der Umsetzung mitgewirkt habe, fokussiere ich mich seit einigen Jahren mehr auf die Projektabwicklung, die sich nicht selten bei uns über mehrere Abteilungen erstreckt. Eine große Herausforderung ist das BWH Online-Magazin, durch das ich immer weiter in das Feld des Online Marketings eintauche.

Jessica Weigel und BWH GmbH im Social Web

Jessica Weigel auf XING
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Juliane Benad
Juliane Benad ist Internationale Betriebswirtin mit Schwerpunkt Marketing und Social Media-Managerin. Sie hat viele Jahre im Online Marketing eines Frankfurter Fachverlages gearbeitet und hat dort die Social Media-Kanäle mit aufgebaut. Heute arbeitet sie als Social Media Beraterin für Solopreneure und KMU „www.juliane-benad.de“ .
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